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Mittwoch, 16. Juli 2008, 22:10

Big Brother kämpft ums Überleben

Big Brother kämpft ums Überleben

16.07.2008 | 11:48 | (DiePresse.com)

Das Reality-TV-Format hat sich abgenutzt, meinen Medienexperten. Das Bedürfnis nach "normalen Menschen" im Fernsehen sei befriedigt. RTL 2 will trotzdem noch heuer eine neue Staffel "Big Brother" starten.

Das Reality-TV-Format Big Brother hat langsam, aber sicher ausgedient. Der australische Sender Ten Network wird das Format mit dem Ende der aktuell laufenden Staffel definitiv absetzen. Die sinkenden Quoten konnte zuletzt nicht einmal mehr ein Gastauftritt von Pamela Anderson retten. Auch in Europa sinkt die Quote. Das Ende für â€Å¾Big Brother" ist aber noch nicht in Sicht. "Ich kann Ihnen verraten, dass wir mit "Big Brother" noch in diesem Jahr, im Dezember weitermachen werden", sagt RTL II-Programmchef Axel Kühn dem deutschen Medienmagazin "DWDL".

Dass sich die Endemol-Show im Laufe der Jahre abgenutzt hat, darüber sind sich die Medienexperten einig. "In gewisser Weise hat sich das Format sicherlich totgefahren", meint Big-Brother-Experte Jürgen Grimm, Professor am Institut für Publizistik der Universität Wien. "Der einstige Erfolg von Big Brother entstand im Zuge des Reality-TV-Hypes. Als die Sendung an den Start ging, gab es einen Bedarf nach Alltagsleben und typischen Durchschnittsmenschen im Fernsehen", erläutert Grimm.

Bedürfnis nach "normalen Menschen" befriedigt
Zuvor seien im TV überwiegend Prominente oder bekannte Personen präsentiert worden. "Mit dem Aufkommen von Reality-Shows wurde beim Zuseher erstmals das Bedürfnis nach normalen Menschen im Fernsehen befriedigt."

Dass sich TV-Formate über die Jahre schließlich abnutzen, sei völlig normal. Im Fall von Big Brother haben dazu aber auch die Sender selbst beigetragen, indem sie das Konzept laufend veränderten und "formatfremde Elemente" einführten. "In Deutschland führten schon in der zweiten und dritten Staffel die Versuche, die Show mit Games oder Sexappeal aufzupeppen, zu einem ersten Attraktivitätsverlust", erklärt Grimm.

Solche Elemente würden zwar kurzfristig Quoten bringen, seien aber langfristig nicht erfolgreich. "Wer sexuelle Stimulation wünscht, findet diese anderswo und braucht dazu nicht Big Brother", so der Medienexperte.

Castingshows logische Nachfolge
"Die Leute haben sich immer mehr wie in einer Castingshow verhalten und wollten entdeckt werden", erklärt Grimm. Heutzutage populäre Castingshows seien demnach die logische Weiterentwicklung des Reality-TV-Formats. Und auch diese werden sich bald abgenutzt haben, glaubt er.

Quelle: http://diepresse.com/home/kultur/medien/…kultur/index.do