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Freitag, 1. April 2005, 10:58

Harald Juhnke ist gestorben

Kurze Info: Der deutsche Entertainer Harald Juhnke ist heute im Alter von 75 Jahren gestorben.

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Freitag, 1. April 2005, 11:14

Ist immer blöd wenn jemand stirbt, aber das gehört zum Leben.

Sonst kann ich da nichts weiter sagen. :sad: :sad:

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Freitag, 1. April 2005, 11:19

Auf folgender Seite könnt ihr sehen, wo und wann in der nächsten Zeit Filme mit Harald Juhnke gezeigt werden:

http://www.prisma-online.de/tv/person.html?pid=harald_juhnke

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Freitag, 1. April 2005, 15:42

Hier mal ein Artikel dazu:

â€Å¾Er ist friedlich eingeschlafenâ€Å“
Harald Juhnke ist tot


Er gab gerne den Charmeur: Harald Juhnke (â€Â )
Er war der â€Å¾deutsche Sinatraâ€Å“ und der â€Å¾Sonnyboyâ€Å“. Er war aber auch â€Å¾Bruder Leichtfußâ€Å“ und â€Å¾Phoenix aus der Flascheâ€Å“: Harald Juhnke â€â€œ er begeisterte und schockierte. Und zuletzt dämmerte er in einem Pflegeheim für Demenzkranke vor sich hin.

Am Freitag vormittag starb Harald Juhnke im Krankenhaus in Rüdersdorf bei Berlin, wo er seit November wegen einer Lungenentzündung gelegen hatte. â€Å¾Er ist eingeschlafenâ€Å“, sagte seine Frau Susanne (60). Er wurde 75 Jahre alt.

Die Deutschen trauern um einen großen Entertainer, einen Mann, der seine Fans mit seinem Charme und seiner â€Å¾Berliner Schnauzeâ€Å“ faszinierte und den sie bedauerten, wenn er ganz unten war.

Und ganz unten war er oft in seinem Achterbahn-Leben. Der Teufel Alkohol hatte ihn seit Jahrzehnten im Griff.

So glanzvoll er auf der Bühne auftrat â€â€œ in Frack und Lackschuhen, die Zigarre lässig in der Hand, ganz so wie sein großes Vorbild Frank Sinatra â€â€œ so jämmerlich-bedauernswert war er anzusehen, wenn er mal wieder â€Å¾abgestürztâ€Å“ war. Mehrmals ging er in Entzugskliniken â€â€œ es half immer nur kurze Zeit. Bis er das nächste Mal zur Flasche griff. Und Susanne, seine zweite Frau, stand zu ihm, litt mit ihm.

Es war der Erfolg, mit dem er nicht fertig wurde, wie Harald Juhnke in seinen Memoiren gestand. â€Å¾Ich weiß manchmal gar nichts mit mir anzufangen, auf deprimierende Weise wenig anzufangenâ€Å“, schrieb er da.

Geboren wird er als Harry Heinz Herbert Juhnke am 10. Juni 1926 in Berlin. Der Vater Herbert Büroangestellter bei der Polizei, die Mutter Margarete Hausfrau. Nach dem Abitur nimmt er Schauspielunterricht, ergattert 1948 seine erste kleine Theaterrolle im â€Å¾Haus der Kultur der Sowjetunionâ€Å“. Seine Gage: â€Å¾15 Mark und ein Pajokâ€Å“, ein russisches Freßpaket.

Es folgen Theater-Engagements, Auftritte beim Film â€â€œ und dann der große Durchbruch 1977, im Fernsehen. Millionen Deutsche schmunzeln über sein komödiantisches Talent in â€Å¾Ein Mann für alle Fälleâ€Å“ und â€Å¾Ein verrücktes Paarâ€Å“ (mit Grit Boettcher).

Auf der Höhe seines Ruhms ist er, als er im März 1979 vom verstorbenen Peter Frankfenfeld die ZDF-Show â€Å¾Musik ist Trumpfâ€Å“ übernimmt. Fast ganz Deutschland schaut ihm zu, Einschaltquoten von fast 60 Prozent. Fünf Jahre später ist aufgrund seiner Alkoholexzesse Schluß.

Doch Stehaufmännchen Harald Juhnke kommt wieder nach oben, moderiert ein Jahr später die ARD-Show â€Å¾Willkommen im Clubâ€Å“. Zwei Jahre danach, 1987 der Lacherfolg â€Å¾Harald und Eddiâ€Å“.

Von der Showbühne verabschiedet er sich 1994 â€â€œ Harald Juhnke sehnt sich nach Charakterrollen. Da hat er schon in Helmut Dietls â€Å¾Schtonkâ€Å“ geglänzt (der Kino-Film über die â€Å¾Hitler-Tagebücherâ€Å“).

Er spielt den â€Å¾Hauptmann von Köpenickâ€Å“, im Theater und später im TV, begeistert mit dem Fernsehfilm â€Å¾Der Trinkerâ€Å“ â€â€œ eine Rolle, die ihm auf den Leib geschrieben zu sein scheint.

Harald Juhnke wird mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, darunter dreimal die â€Å¾Goldene Kameraâ€Å“: 1980, 1996 und den â€Å¾Ehrenpreisâ€Å“ 2000.

Kurz darauf kündigt sich der endgültige Zusammenbruch an: Nach einem Trinkgelage muß er Dreharbeiten in österreich abbrechen.

Rund ein Jahr später, im Dezember 2001, geht nichts mehr. Er randaliert zu Hause, trinkt, legt nachts Sinatra-Platten in Disko-Lautstärke auf. Da kann auch Susanne Juhnke nicht mehr, verkündet öffentlich in der â€Å¾Buntenâ€Å“: â€Å¾Er ist einfach nicht mehr da.â€Å“

Schwere Altersdemenz â€â€œ Harald Juhnke kommt auf Anraten der Ärzte ins Pflegeheim, wo er seine letzten Jahre verbringt. Die Bühne, das Show-Biz â€â€œ alles ist ganz weit weg für ihn.

Doch seine Fans werden ihn immer als â€Å¾Charmeurâ€Å“ in Erinnerung behalten, der sein Leben â€Å¾auf seine Artâ€Å“ lebte. â€Å¾I did it my wayâ€Å“, so wie sein Vorbild Frank Sinatra. (bk)


Quelle: www.bild.t-online.de
Bis Bald!