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nanamaus

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Mittwoch, 21. Juni 2006, 14:46

typisch Deutsch???

HANS ZIPPERT | FRANKFURT

Heute beginnt die Fußballweltmeisterschaft. Deutschland erwartet Millionen Besucher aus der ganzen Welt. Und obwohl diese Menschen nicht gekommen sind, um uns hier die Arbeit und die Frauen wegzunehmen, können sie doch vieles falsch machen, denn Deutschland ist ein kompliziertes Land.
Deshalb hier im Überblick das Wichtigste, was man über Deutschland wissen muss.

No-go-Areas: Heißt auf Deutsch: Nicht-hingeh-Gebiete. Dort sollten Sie nicht hingehen, wenn Ihre Hautfarbe dunkler als die von Edmund Stoiber ist. Halten Sie sich fern von Brandenburg, Magdeburg, Mecklenburg, und besuchen Sie stattdessen Rothenburg, eine Stadt, die komplett von Ausländern bevölkert wird.
Vermeiden Sie den Osten Deutschlands insgesamt sowie den Ostteil von Berlin und die Innenstadt von Dortmund. Gehen Sie auch nicht nach Köln, jedenfalls wenn Sie Düsseldorfer sind.
Wenn Sie ein ausländischer Fußballspieler sind: Betreten Sie auf keinen Fall den deutschen Strafraum, und provozieren Sie den deutschen Torwart nicht durch Fernschüsse aus dem Hinterhalt.

Grüßen: Deutsche begrüßen sich niemals mit dem erhobenen rechten Arm, jedenfalls nicht mehr seit 1945, sondern, indem sie sich "die Hände schütteln". Vorsicht: Greifen Sie niemals einem Deutschen an den Arm, und schütteln Sie ihn nicht am Handgelenk.
Händeschütteln heißt, mit der eigenen rechten Hand die rechte Hand des Gegenübers umschließen und fest zudrücken, dabei dem Deutschen in die Augen schauen und lächeln. Es gibt viele Begrüßungsformeln, sehr viele, da könnten Sie leicht durcheinander kommen. Sagen Sie deshalb einfach: "Mahlzeit". Das passt immer.

Frauen: Sind selten blond, laufen aber oft verschleiert herum, also mit so einem merkwürdig verschleierten Blick. Fragen Sie uns nicht, was das bedeutet, wir verstehen die Frauen selber nicht, also versuchen Sie es lieber gar nicht.

Kinder: Gibt es hier nicht, wenn Sie unbedingt Kinder sehen wollen, müssen Sie selber welche mitbringen.

Essen: Typisch deutsche Gerichte sind Tomaten mit Mozzarella, Döner, Sushi, Pizza Margherita, Penne arrabiata und Doppelwhopper mit Käse. Dazu trinkt man Latte Macchiato oder Gin Tonic.

Gesetze: In Deutschland ist alles durch Gesetze geregelt. Halten Sie sich daran, und denken Sie daran, dass das Grundgesetz auch im eingeschränkten Halteverbot gilt. Die Menschenrechte sind dagegen noch nicht in allen Teilen unseres Landes ratifiziert. Die Schwerkraft ist überall eingeführt, es kann aber sein, dass Sie in einigen Gegenden schneller zu Boden gehen als in anderen.

Krieg: Deutschland war offizieller Austragungsort der beiden letzten Weltkriege, die von großen Bank-Unternehmen und der Stahl- und Bleiindustrie gesponsert wurden. Da Deutschland beide Endspiele haushoch verlor, obwohl damals Jürgen Klinsmann noch gar nichts zu sagen hatte, sollten sie diese Ereignisse lieber nicht erwähnen.

Hitler: toter ehemaliger Kanzler, Sie können ihn trotzdem erwähnen, sollten jedoch immer hinzufügen: "Aber er hat immerhin die Autobahnen gebaut." Falls Ihnen das zu kompliziert ist, reicht auch "Mahlzeit".

Hymne: Selbst wenn Sie eine eigene Nationalhymne haben, kann es nicht falsch sein, die deutsche zu kennen. Sie besteht aus drei Strophen, von denen man die erste nicht mehr singen darf. Dort ist nur von Gewässern (Maas, Memel, Etsch, Belt) die Rede, und das moderne Deutschland versteht sich nicht mehr als Seefahrernation.
In der zweiten Strophe wird deutscher Wein erwähnt, aber der Sponsor der WM ist Budweiser, und deshalb darf diese Strophe noch nicht mal gedacht werden. Gesungen wird hier nur die dritte Strophe, in der wir nach "Einigkeit, Recht und Freiheit" streben, und zwar "brüderlich mit Herz und Hand". Heißt aber nicht, dass hier alle schwul sind. Und heißt schon gar nicht, dass wir hier Einigkeit, Recht und Freiheit haben - wir streben nur, klar?

Fahne: Die Nationalflagge hat die Farben schwarz, rot und gold. Durch eine einfache Drehung um 90 Grad verwandelt sich die deutsche in die belgische Flagge. Das ist Kosten sparend und soll zeigen, dass Belgien eigentlich auch zu Deutschland gehören könnte oder umgekehrt.
Wenn man Sie fragt, wofür die Farben stehen, dann sagen Sie: Schwarz steht für den deutschen Nationalsport, die Schwarzarbeit, Rot für die vielen Konten, die im Minus sind, und Gold steht für die eine Medaille, die wir bei den nächsten Olympischen Sommerspielen gewinnen werden: Hammerwerfen der Frauen.

Sprache: Offizielle Amtssprache ist Deutsch. Aber wenn Sie außerhalb von Bielefeld und Hannover verstanden werden wollen, dann sollten Sie das voll krasse Ersatzdeutsch sprechen. Eine einfach strukturierte Sprache, die mit etwa 200 Wörtern auskommt und nur die Befehls- und Frageform kennt. Beispiel: Ehj, Alda, was geht?
Die wenigsten Wörter schreibt man, wie man sie spricht, am besten schreiben Sie so wenig wie möglich, weil in Deutschland jetzt die 3. Stufe der Rechtschreibreform in Kraft ist. Das heißt: Wenn Sie im Besitz eines scharfen "S" angetroffen werden, droht Ihnen Gefängnis.

Alkohol: offizielles Rauschmittel der WM.
Kukident: Offizielles Haftmittel der WM. Nehmen Sie eine Tablette, bevor man Sie dem Haftrichter vorführt.

Hartz IV: Obwohl der Name darauf hinzudeuten scheint, handelt es sich hier nicht um eine Mannschaft, die demnächst in der Champions League mitspielt. Ebenso wenig wie Arbeitslosengeld II. Bei diesen beiden Vereinen bekommt man ein Handgeld dafür, wenn man nicht mitspielt.

Hunde: vierbeinige hochintelligente Lebensform. Jeder Hund zerrt täglich einen Deutschen bei jedem Wetter an der Leine durch die Gegend. Oft sogar mehrmals.
Der Hund verrichtet seine Notdurft mitten auf der Straße, und der Deutsche muss hinter ihm sauber machen, denn der Deutsche ist der beste Freund des Hundes. Wenn Sie in Deutschland gut behandelt werden wollen, verkleiden Sie sich vor der Einreise als Hund. Tollwutimpfung nicht vergessen!

Mülltrennung: In Deutschland wird nach Möglichkeit alles getrennt. Mehrsilbige Wörter, Mann und Frau, Telefongespräche und natürlich der Müll. Diese Liebe zur Trennung rührt aus der leidvollen historischen Erfahrung der Menschen. Als man nämlich die Trennung zwischen Ost- und Westdeutschland aufhob, fingen hier die Probleme erst richtig an.
Seitdem trennt man noch akribischer. Es gibt etwa 455 verschiedene Arten von Müll, und für jede Art gibt es einen bestimmten Auffangbehälter. Werfen Sie auf keinen Fall irgendetwas einfach nur so weg. Für ausländische Sportler gilt deshalb: Vorsicht bei Einwürfen und Abstößen.

Das Motto: die Welt zu Gast bei Freunden. Hierbei handelt es sich um keinen vollständigen deutschen Satz, denn es fehlt das Prädikat. Denken Sie sich einfach ein Verb dazu: Die Welt ist zu Gast bei Freunden. Schön für die Welt, aber viele Deutsche fragen sich: Wer sind dann die ausländischen Typen, die hier bei uns rumhängen? Haben die keine Freunde?

Braunbär: Gefährlichster Bewohner Deutschlands. Kommt aus österreich über die Grenze und frisst alles, was sich bewegt. Obwohl wir hier mit braunen österreichern keine guten Erfahrungen gemacht haben, darf er während der WM nicht abgeschossen werden, denn auch für ihn gilt selbstverständlich das Motto: der Bär zu Gast bei Freunden
Leben ist das was passiert während du etwas anderes planst.

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Montag, 26. Juni 2006, 20:00

Herrlisch, nanamaus, einfach nur herrlisch!!! Auch wenn der letzte Absatz leider nicht mehr ganz stimmt, seufz...
Egal, wie tief man die Messlatte der menschlichen Intelligenz legt, man trifft jeden Tag jemanden, der locker drunter hindurch passt...