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Samstag, 17. September 2011, 22:07

Brandt: „«Berlin – Tag & Nacht» ist Mist“

Redakteur: Manuel Weis

Quotenmeter.de-Exklusiv:

Der ehemalige Endemol-Chef sieht gute Chancen, dass «Big Brother 12» kommt – und erklärt, wieso sich RTL II noch nicht darauf festlegt.


Borris Brandt, langjähriger Geschäftsführer von «Big Brother» und in den Staffeln vier bis sieben verantwortlich für das Format, verfolgt die Entwicklung der früher so beliebten Reality-Show mit Entsetzen.
Während der vergangenen Staffeln habe er teilweise fluchtartig das Wohnzimmer verlassen müssen.
Man sehe, dass «Big Brother» derzeit von Menschen produziert werde, die kein «Big Brother»-Herz haben, sagte der Fernsehmacher im Exklusiv-Interview mit dem Magazin Quotenmeter.de.


Trotz des quotenschwächsten Finales aller Zeiten am Montag glaubt Brandt aber defintiv an eine zwölfte Staffel.
Für ihn ist aber auch klar, warum RTL II diese noch nicht offiziell bestätigen will. „Weil jeder Tag, den man Endemol hängen lässt, drückt auf das Budget.
Natürlich, Endemol braucht das Format unbedingt“, erklärt Brandt.
Das widerrum könnte sich einmal mehr auf die Qualität der Sendung auswirken.
„Man sah jetzt schon, dass sie inhaltlich oft nichts auf die Reihe gekriegt haben, auch weil das Budget oder die Fachkräfte knapp waren“, so der ehemalige TV-Produzent.


Der Ersatz, den RTL II seit vergangenem Montag um 19.00 Uhr zeigt, die filmpool-Produktion «Berlin – Tag & Nacht» trifft Brandts Geschmack derweil gar nicht. „Die Formate sind in meinen Augen Mist und unterscheiden sich auch nicht großartig.
Berlin interessiert den Rest von Deutschland nicht so richtig und hippe Berliner schon überhaupt nicht.
Wenn dann immer die Türen offen stehen, damit man auch durch die durchschauen kann und das dann Reality sein soll, ist das albern.
Das gleiche gilt für «X-Diaries»“, ärgert er sich.


Dennoch:
Die Sendungen seien wohl deutlich billiger herzustellen als «Big Brother». Wären die Formate bei RTL II ein Erfolg, so gäbe es den Großen Bruder wohl schon nicht mehr.
In der «Big Brother»-freien Zeit würde er RTL II übrigens einen gänzlich anderen Vorabend empfehlen, der sich an Ideen anlehnt, die Brandt schon zu seiner Zeit als ProSieben-Programmchef hatte.


Wie dieser aussehen würde, welche Fehler Brandts Meinung nach während «Big Brother 11» genau gemacht wurden und wo heutzutage noch wirklich gutes Fernsehen zu finden ist, lesen Sie ab Sonntag in unseren Sonntagsfragen.



Quelle: http://www.quotenmeter.de/cms/?p1=n&p2=52060

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Sonntag, 18. September 2011, 09:55

‚Inhaltlich oft nichts auf die Reihe gekriegt‘

18.09.2011 09:12 Uhr

Im ausführlichen und exklusiven Quotenmeter-Interview mit Borris Brandt lesen Sie unter anderem, was der «Big Brother»-Vater über die vergangene Staffel denkt, wie die Chancen für eine Fortsetzung stehen, warum der Cast einer Staffel so wichtig ist und warum er RTL II Tierdokus empfiehlt…

Borris Brandt, Sie waren ProSieben-Programmdirektor und Endemol-Geschäftsführer. Nun moderieren Sie einen Radio-Talk. Wie kommt´s? Böse Zungen sagen, die meisten Karrierewege laufen andersrum vom Radio zum Fernsehen…


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Bei welcher Sendung verlassen Sie sonst fluchtartig das Wohnzimmer?
Fluchtartig? Ganz aktuell: «Berlin – Tag und Nacht», und bei den letzten Staffeln von «Big Brother»…

Danke für die Überleitung... Kommen wir zu «Big Brother» – ihrem Baby. Was ist das Besondere an «Big Brother»?
«Big Brother» ist mit den richtigen Menschen ein unglaublich spannendes Format... Das kann man auch beobachten, wenn man sich die Staffeln anschaut... Von Staffel vier bis sieben war ich verantwortlich. Da kann man sehen, dass in jeder Staffel – auch in der nicht so erfolgreichen Staffel sechs, wo das auf dem Bauernhof und so gespielt hat – dass es immer besondere Menschen waren. Jeder hatte seine Eigenarten. Es war nicht so, dass man Pornomenschen, Assoziale, Tattoo- & Piercingfreaks brauchte. Man hat halt Menschen genommen, mit einem spannenden Hintergrund, die etwas zu erzählen haben und von denen man erwartet, dass die mehr von sich zeigen und sich im «BB»-Haus entwickeln. Aber nie im Leben hätten wir damals Pornomenschen genommen nur um nackte Haut zu sehen. Wobei (lacht) der Kollege mit der blauen Brille, «BB»-Producer damals, war schon oft hinter den Duschszenen her!

Was hat die 2011er-Staffel falsch gemacht?
Die Verlängerung einer halbwegs erfolgreichen Staffel ist völlig sinnlos, wenn man keinen Inhalt hat. Das ist einfach eine Ohrfeige für das Format. Schulnote 4, weil schlechter Cast, keine Geschichten… Thema verfehlt!

Im Winter war es Ihr Vorschlag als „Brandt-Orakel“, dass RTL II eine Sommer-Staffel realisieren solle. Ihr Vorschlag wurde anscheinend erhört. Wie zufrieden sind Sie mit der Umsetzung?
Ja, tatsächlich (lacht). Am Anfang der Sendung wurden gleich die ersten Fehler gemacht: In einer Reality-Show jemand Unreales einziehen zu lassen mit dem Transvestiten Valencia. Das war ein Fehler, weil es das Format ad absurdum führt. Dann dieser Person viel zu viel Raum zu geben mit dem Freund, der einzieht und wieder auszieht – ein Riesen-Fehler. Das ist unreality nicht reality.. Aber ansonsten ein gar nicht so schlechter Cast Und so schlecht ist es ja auch nicht gelaufen...

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Wie wahrscheinlich ist eine kommende Staffel 12?
Ich glaube, dass Staffel 12 kommt. Wenn die Kollegen schlau sind, wird es eine Sommer- oder Früh-Herbst-Staffel werden, 100 Tage, cooles Thema und endlich einen vernünftigen Cast ohne dieses ganze unsägliche Billigeffekt-Volk.

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RTL II ist offiziell zufrieden mit der abgeschlossenen «Big Brother»-Staffel. Wieso lässt sich der Sender nach jeder Staffel so lange Zeit, bis es eine offizielle Entscheidung über die Fortsetzung des Formates gibt?
Weil jeder Tag, den man Endemol hängen lässt, drückt auf das Budget. Natürlich, Endemol braucht das Format unbedingt. Wenn Endemol das Format nächstes Jahr nicht hat, wird man Herrn Wolter anzählen, denke ich. Deswegen: Wenn RTL II sagt, wir zahlen nochmal eine Million weniger, dann wird Endemol probieren, das möglich zu machen. Es gibt da aber natürlich auch eine Grenze. Man sah jetzt schon, dass sie inhaltlich oft nichts auf die Reihe gekriegt haben, auch weil das Budget oder die Fachkräfte knapp waren .Es ist einfach nicht genug Geld für guten Inhalt ausgegeben worden. Und….eine schlechte Redaktion ist in der Regel genauso teuer ist wie eine gute Redaktion. Führung, Vision, Handwerk – da hatten sie Probleme.

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Quelle: ... http://www.quotenmeter.de/cms/?p1=n&p2=52058&p3=

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Mittwoch, 14. November 2012, 08:41

Finde Berlin Tag & Nacht aber auch ganz okay