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Dienstag, 10. Mai 2011, 12:52

"Big Brother": Quoten befriedigend, Inhalt mangelhaft!

Am Sonntagabend legte RTL II mal wieder eine Bauchlandung hin: Ganze 2,2 Prozent der werberelevanten Zielgruppe interessierten sich für den dreistündigen "Bingo! Bingo!"-Abend, mit dem offenbar neue Maßstäbe für ebenso lärmige wie infantile TV-Unterhaltung gesetzt werden sollten. Zum Glück kann sich der Sender, der in den vergangenen zwölf Monaten dramatisch an Zuschauern verloren hat, zumindest auf sein Zugpferd "Big Brother" verlassen.



Nach einem aus Quotensicht ordentlichen Start in der Vorwoche erzielte die erste Live-Show am gestrigen Montagabend einen guten Marktanteil von 9,1 Prozent bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern. Auch beim Gesamtpublikum war das Interesse vorhanden: 1,33 Millionen Zuschauer entsprachen einem für Senderverhältnisse hohen Marktanteil von 5,2 Prozent.



Inhaltlich hat sich bei "Big Brother" im Vergleich zu den jüngsten Staffeln wenig geändert: Die Bewohner haben nun tolle Geheimnisse, die es zu erraten gilt ("Als Kind war ich dick und wurde in der Schule gemobbt"). Noch immer streckt RTL II die Tageszusammenfassungen mit minutenlangen Duschszenen, was tiefe Einblicke in die Vorstellungen der Verantwortlichen hinsichtlich ihres Publikums offenbart.


Ein qualitatives Desaster ist weiterhin die Live-Show am Montag, die auch für die aktuelle Staffel nicht grundlegend überarbeitet worden ist.
Zwar lassen sich zumindest einige Längen mit Verweis auf das knappe Budget erklären, jedoch sind insbesondere die dramaturgischen Mängel bisweilen haarsträubend. Zum Beispiel bei der offenbar innerhalb von fünf Minuten erdachten Live-Spielrunde: Die Bewohner werden in zwei Teams aufgeteilt, um in drei verschiedenen Spielen einen Gesamtsieger zu ermitteln. Angesichts der Punkteverteilung (Spiel 1: 1 Punkt, Spiel 2: 3 Punkte, Spiel 3: 5 Punkte) ist allerdings klar, dass es in den beiden ersten Spielen lediglich um die goldene Ananas geht. Vielleicht hatten die Verantwortlichen ja gehofft, dem Publikum fehle es an Mathematik-Grundschulkenntnissen.




Ein Rätsel blieb auch die anschließende Insassen-Befragung:

Da "Big Brother" in der Anfangswoche auf die Nominierungen verzichtete, sollten die Kandidaten in geheimer Wahl zumindest jeweils ihren liebsten und unbeliebtesten Mitbewohner nennen. Gesagt, getan - doch das Gesamtergebnis wurde anschließend weder verkündet noch weiter thematisiert. Über Sinn und Zweck der Aktion rätselten am Ende der Sendung die Kandidaten und das Publikum gleichermaßen. Ob das fraglos vorhandene Zuschauerinteresse an "Big Brother" angesichts einer derart holprigen Showkonstruktion dauerhaft erhalten bleibt, bleibt abzuwarten.



10.05.2011 - Michael Brandes/wunschliste.de
Quelle: RTL II / Bild: RTL II


Quelle: http://www.wunschliste.de/tvnews/11790